02.07.2020

Heilig Kreuz Münster

Arbeiten am Heilig Kreuz Münster 

Nach längerer Vorplanungszeit und Verzögerungen durch Corona kommt nun der elfjährige Sanierungsplan für das Münster ins Rollen. Mit Beginn des ersten Bauabschnitts, der für 2020 und bis ins Frühjahr 2021 geplant ist, steht schon am nördlichen Chorportal seit ein par Wochen ein Gerüst, damit die turnusmäßigen Überprüfungen durch Steinrestaurator Karl Fiedler durchgeführt werden können.

Momentan wird das Außengerüst am Chor erstellt. Hier werden die Steinfachleute der Münsterbauhütte unter Leitung von Meisterin Adelheid Maria Weber wackelnde Fialtürmchen neu befestigen, Steinkonservierung vornehmen, schadhafte Stellen bearbeiten, Fugen sanieren, reinigen usw. Ebenso muss das Blechwerk repariert werden, es hat sich in jüngster Zeit ein Wasserschaden abgezeichnet.

Im August wird dann ebenfalls am Westportal eingerüstet, um das komplette Bogenfeld über den Portalen restauratorisch zu bearbeiten. Hier müssen vor allem die Abwitterungen in den Fugenbereichen gefestigt und ergänzt werden. Zuvor müssen aber alte Zementergänzungen und - Verfugungen entfernt werden, denn sie sind laut Fachberatung durch die MPA Uni Stuttgart Ursache für Salzbildung und Folgeschäden. Ebenso wird der Sockelstein in der Mitte, unter der Pfeilermadonna, der sich quasi durch Versalzung in den letzten Jahren aufgelöst hat, durch eine Neuanfertigung ersetzt. Hierfür wird die Madonna, ein Betonabguss des Originals, abgenommen und dann gleich in der Bauhütte gereinigt und aufgearbeitet. Reinigungsarbeiten mit Laser oder Microdampfreiniger sind am darüber liegenden Baldachin, am Blendmaßwerk und den Konsolfratzen geplant. Dieser Bereich wird ebenfalls bis ins Frühjahr hinein eingerüstet sein.

Weiterer Programmpunkt sind die Holztüren am Chorportal Nord und Süd. Hier werden Holz- und Metallrestauratoren zum Einen die Beschläge und Mechanik, zum Anderen die Holzoberflächen bearbeiten und konservieren.

Im Innern des Münsters wird Restauratorin Martina Fischer ab August umfassende restauratorische Maßnahmen an Wand und Gewölbedeckenflächen in den Chorscheitelkapelle, Heiliges Grab ergreifen. Dafür müssen zunächst die 3 Marien und die 2 Engel hinter der Tumba in Sicherheit gebracht werden. Voraussichtlich werden sie in einer der anderen Chorumgangskapellen vorübergehend aufgestellt. Sie sollen dann im nächsten Bauabschnitt 2021 restauriert werden. Die Tumba wird in einem Holzverschlag gesichert. Um die Arbeiten ausführen zu können, wird ab Mitte Juli die Chorscheitelkapelle eingerüstet und bis Frühjahr 2021 für Besucher nicht mehr einsehbar sein.

Zu guter letzt wird auch am hölzernen Inventar gearbeitet werden. In Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt wird derzeit noch ein Elfjahresplan nach Dringlichkeiten erarbeitet. Zunächst soll aber in diesem Jahr das Renaissance-Chorgestühl eine Bearbeitung, angefangen mit einer gründlichen Reinigung und Befestigung von losen Intarsien und Apostelfiguren, erfahren. Holzrestaurator Christoph Schairer wird in nächster Zeit hier Probeflächen anlegen. Danach müssen die genauen Maßnahmen noch abgestimmt und vergeben werden.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt 2020 sind mit rund 460.000,- € geplant. Das gesamte Sanierungsprogramm wird in elf Jahren ein Finanzvolumen von rund 4,9 Mio € erfordern.

Damit die Münstergemeinde nicht die gesamte Finanzierungslast tragen muss, erhält sie Zuschüsse von der Diözese, vom Landesamt für Denkmalpflege, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und aus einem Bundesförderprogramm.

Ebenso beteiligt sich der Münsterbauverein und die Stadt Schwäbisch Gmünd an der Finanzierung.

Der Münsterbauverein freut sich weiterhin über jedes neue Mitglied und ist auch weiterhin auf die Mithilfe der Bürger angewiesen.

Paul Philip Waldenmaier, Architekt

 

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